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| Adieu, Palmira - Resort!
Noch ein Abschiedsfoto vor dem Hauptgebäude (Rezeption
und Restaurant). |
Einen kurzen Ausflug in die berühmte Markthalle von
"Klein Paris" konnten wir nicht wirklich genießen,
zumal gerade alle Verkäufer mit ihrer Reisschale am Boden
hockten und kein Interesse am Verkaufen zu haben schienen.
In Anbetracht des starken Regens und des alten Autos wollten
wir nur noch zurück in unser Hotel in Phan Thiet. Wir
ahnten einige Schwierigkeiten auf der Rückfahrt, die
auch in überreichem Maße eintrafen.
Zuerst machten wir dem Fahrer in Englisch klar, dass er heimwärts
die "big road" zu nehmen hätte, danach baten
wir einen Englisch sprechenden Taxifahrer, Mr. An das noch
mal deutlich in Vietnamesisch zu erklären. Das tat er
dann auch für die ersten Kilometer, um dann auf einer
Seitenstraße doch wieder die engen Kehren zu nehmen.
Am Fuße des Gebirges atmeten wir erstmal auf und wollten
endlich etwas essen, aber in Anbetracht der fortgeschrittenen
Zeit ließen wir doch nicht halten. Wir sind ja beide
gut beieinander und können ruhig auf einige Mahlzeiten
verzichten. Glücklicherweise hatten wir genug Wasser
und einige Erdnüsse dabei.
Nach einigen Kilometern hielt Mr. An auf freier Strecke an:
er öffnete die Motorhaube, sagte, er müsse mal und
verschwand mit einer Zeitung für wenigstens eine Viertelstunde
im Gebüsch. Es donnerten LKW`s und Busse an uns vorbei,
so dass wir nicht wagten, auszusteigen. Als er endlich wiederkam,
las er ein Stöckchen vom Wegesrand auf und stocherte
damit im Tank herum. Nach 10 Minuten Fahrt wussten wir, warum.
Das Benzin war alle. Wir standen wieder auf freier Strecke
im Regen und es wurde bereits dunkel. Wieder das Spiel mit
dem Stöckchen, erfolglos. Uns war das Lachen vergangen,
als Mr. An eine Mitfahrtgelegenheit auf einem vollbesetzten
Moped fand und uns Richtung Tankstelle verließ.
Da wir langsam genug hatten (es waren noch gut 100 km zum
Ziel) wollten wir einen Bus anhalten und die Heimreise auf
eigene Faust fortsetzen. Aber Mr. An war schneller als gedacht
mit ca. einem halben Liter Sprit zurück. An der nächsten
Tankstelle forderten wir "full!", doch es wurde
wieder nur wenig Sprit getankt. Die Kilometer zogen sich,
da wir nur sehr langsam fuhren und es inzwischen dunkel war.
Die Laster donnerten haarscharf an uns vorbei und wir fürchteten,
nicht ausreichend beleuchtet zu sein. Etwa 15 km vor dem Ziel
hielten wir erneut an einer Tankstelle, um nochmals einige
Tropfen zu tanken. Danach war leider die gesamte Fahrzeugbeleuchtung
ausgefallen
Wir stiegen aus. Keinen Meter wollten wir mehr in dieser
Schrottmühle fahren und drohten mit der Polizei. Er sollte
nach einem Taxi telefonieren! Wir warteten eine halbe Stunde
an einer dunklen Straße, hinter uns einige ärmliche
Hütten und jede Menge Hunde. Und es regnete.
Dann endlich kam der Minibus des Reisebüros, mit dem
wir am Vortag die kurze Tour zu den Cham - Tempeln gemacht
hatten. Mit Benzin. Und mit Licht! Zehn Minuten später
waren wir in unserem Hotel, wo Mr. An gut bekannt und offensichtlich
auch geachtet war. Nachdem wir am nächsten Tag unsere
Erlebnisse dem zufällig vorbeikommenden Manager berichtet
hatten, gab es bestimmt Ärger.
Nur noch zwei Tage bis zu unserer Abreise und noch immer
hatte sich kein Reiseveranstalter gemeldet. Langsam interessierte
es uns dann doch, ob und wann wir abgeholt werden sollten
und ob unsere Flüge rückbestätigt werden mussten.
Immerhin waren die 200 km zum Flughafen nach Saigon hier eine
Tour von 4 - 5 Stunden. So rief ich die Notfall-Nummer beim
Indochina-Service in Saigon an und erhielt auch einige Stunden
später ein Fax mit den gewünschten Informationen.
Nun konnten wir die letzten beiden Tage in unserem schönen
Hotel noch genießen.
Da wir noch Geschenke für Kinder hatten, Schulhefte
und Bleistifte, nahmen wir diese mit an den Strand und schenkten
sie einem etwa siebenjährigen kleinen Fischerjungen,
der uns ein schönes Schneckenhaus gebracht hatte. Mit
einem Jubelschrei stürzte er den Strand entlang. Indianergeheul!
Die anderen Kinder hatten bei Geschenken immer zurückhaltend
reagiert, aber diese Junge war wirklich happy.
Am Abreisetag durften wir unser Zimmer etwas länger
behalten, so dass wir uns in Ruhe auf den langen beschwerlichen
Weg nach Hause vorbereiten konnten. Wir verschenkten alles,
was nicht mehr ins Gepäck passte und bei der Abholung
versammelten sich der Hotelmanager, die Kellner und die Zimmerfrauen
in der Lobby, um uns lange nachzuwinken.
Trotz aller Pannen, Ängste und Unsicherheiten haben
wir dieses Land und seine Menschen (mit Ausnahme von Mr. An)
lieb gewonnen und sehr viel gesehen. Wir bedauern nicht, dass
wir keine Rundreise gebucht hatten. Vielleicht haben wir nicht
alle Sehenswürdigkeiten gesehen, aber wir haben Land
und Leute besser kennen gelernt und werden diese unvergessliche
Reise in guter Erinnerung behalten. Und - wenn es möglich
ist - werden wir wiederkommen, um auch den nördlichen
Teil von Vietnam auf unsere eigene Weise zu erkunden.
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