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Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
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Reisebericht VIETNAM 2003 Seite 7/9
 
Tag 8 «   »

 

Der alte Königspalast in Hue ähnelt der "Verbotenen Stadt" in Peking.
Der alte Königspalast in Hue ähnelt der "Verbotenen Stadt" in Peking.
Manche Details im Hof des Königspalastes sind liebevoll restauriert.
Manche Details im Hof des Königspalastes sind liebevoll restauriert.

Die Zitadelle von Hue zeugte trotz Verfall und erheblichen Kriegsschäden von der glanzvollen Zeit der damaligen Kaiser und von der beeindruckenden Kultur und Architektur. Sie umfasst ein riesiges Areal. Ausländer mussten durch einen gesonderten Eingang und etwa das 10-fache des normalen Eintrittsgeldes bezahlen. Obwohl wir vermuteten, dass die sozialistische Regierung mit Königspalästen wenig liebevoll umgeht, hofften wir auf eine gedeihliche Verwendung des hohen Eintrittspreises. Zumindest waren schon einige Gebäude mit Hilfe der UNESCO sehr schön restauriert worden. Vor der ehemaligen Bibliothek gab es einen wunderschönen Bonsai - Wasserteich. Als wir an einem Stand ein Eis aßen, liefen dort eine Menge Mäuse frech und frei herum.

 
Erbe des Vietnam-Krieges - Wertvolle architektonische Schätze sind bis auf die Mauern abgebrannt.
Erbe des Vietnam-Krieges - Wertvolle architektonische Schätze sind bis auf die Mauern abgebrannt.

Leider erinnerten auch noch viele brandgeschwärzte Mauern an die Schrecken des Krieges, der hier besonders heftig tobte und unermessliche Schäden hinterlassen hat. Die zerstörten Gebäudereste, die durch ein Flächen-Bombardement entstanden waren, taten uns in der Seele weh. Auf dem Rückweg nach Hoi An wollten wir auf dem Wolkenpass anhalten, was wir unserem Fahrer Pham mit einem gemalten Piktogramm und reicher Gestik mitteilen mussten.

Auf dem Wolkenpass sind noch Befestigungsanlagen sowohl der Franzosen als auch der Amerikaner zu sehen. Beruhigend waren die dazwischen friedlich grasenden Kühe. Aufregender war unser Erscheinen für die dort zahlreich vorhandenen Händler und Händlerinnen, die uns sofort umringten und Ketten, Textilien, Kokosnüsse und Süßigkeiten anboten. Auch für sie war mein Mann "Papa Buddha" und sie ließen sich gerne mit uns fotografieren. Beladen mit Ketten und Armbändern für die gesamte Familie und die Nachbarschaft kehrten wir nach Hoi An zurück.

 
Ein Souvenirgeschäft in Hoi An, hier kann man Kunst und Kitsch kaufen.
Ein Souvenirgeschäft in Hoi An, hier kann man Kunst und Kitsch kaufen.
Das ist die "verkehrsberuhigte Fußgängerzone" in Hoi An.
Das ist die "verkehrsberuhigte Fußgängerzone" in Hoi An.

Nach Besichtigung der wirklich sehr reizvollen Altstadt mit zahlreichen Geschäften und historischen Bauwerken, wie der malerischen "Japanischen Brücke", bekamen wir in einem Restaurant ein sehr gutes Essen. Wir erstanden mehrere, handlich für die Reise verpackte Lampen und ein sehr hübsches, aber auch sehr sperriges großes Schnitzwerk und holten unsere geschneiderten Sachen ab. Im Hotel unterhielten wir uns abends mit einem Housekeeper, der recht gut Englisch sprach. Er sprang dann auf sein Moped, um uns von zu Hause ein von seinem Sohn gemaltes Seidenbild zu holen, welches er uns (sicher in Erwartung eines guten Trinkgeldes) schenkte. Seine Erwartung erfüllte sich.

Am nächsten Morgen machte er uns gegen 04:30 Uhr Frühstück, er hatte auf einer Decke vor der Rezeption geschlafen. Die Rechnung war eine angenehme Überraschung: für insgesamt 6 Bier, zwei Übernachtungen (AC, Du/WC, Kühlschrank) und das Frühstück bezahlten wir 31 $ für zwei Personen, die Übernachtungen und das Essen für den Fahrer waren auch irgendwie dabei.

Um 05:00 Uhr starteten wir zum langen Weg in unser Hotel bei Phan Thiet. Auf unser Verlangen (ständiges Reiben des Bauches) hielt Pham an einem Restaurant, wo wir Fisch aßen und einen merkwürdigen Mokka tranken, der unser Gedärm wenig später in mächtige Unordnung brachte. Dann brauchten wir dringend ein Klo, wie auch immer es beschaffen sein mochte. An der nächsten Tankstelle trafen unsere schlimmsten Befürchtungen ein. Aber egal, zwei Papiertaschentücher und einige Feuchttücher später waren wir sehr erleichtert. Das Klo hätte keinen Meter weiter sein dürfen!

Diese Tour hatte uns ganz schön geschafft, aber der Fahrer Pham hatte auch ein großes Lob (und ein Trinkgeld) verdient. Am nächsten Morgen war ich erstmal Getränke kaufen, denn unser Kühlschrank war fast leer. Der "Laden" war eine Vitrine in einem "Restaurant" am Straßenrand. Vor dem Hotel hatte ich einige sehr zerlumpte kleine Jungen gesehen, die dort mit Kokosnüssen Fußball spielten, freundliche kleine Kerlchen, die fröhlich "Hallo" riefen. So kaufte ich auch noch eine große Packung Kekse für sie. Sie stürzten sich sofort darauf und in einer Minute war alles verputzt. Von nun an warteten sie jeden Morgen auf mich.

Leider piesackten mich seit einigen Tagen lästige Insekten an den Beinen, vielleicht Sandflöhe, die über mein "Autan" nur lachten. Wir konnten niemand fragen, denn ein Reiseleiter hatte sich immer noch nicht gemeldet.

Die Wellen waren heute so hoch, dass ich mich nicht ins Wasser traute. Die Fischerskinder von nebenan trugen ein niedliches Baby herum, das sich aber leider vor mir fürchtete. Dafür freuten sich die älteren Geschwister über kleine Spielzeug-Autos, die, "made in China", über Deutschland den Weg zurück nach Asien gefunden hatten.