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Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
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Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht VIETNAM 2003 Seite 6/9
 
Tag 8 «   »
 

Wieder waren einige sehr ereignisreiche Tage vorbei. Nach unserem recht anstrengenden Mekong - Ausflug verbrachten wir zwei ruhige Strandtage in unserem Hotel. Von einem Reiseleiter war immer noch nichts zu hören oder zu sehen gewesen, so dass unser Weg wieder in das Café führte, in dem wir die erste Tour gebucht hatten. Es kostete mehr als zwei Stunden und viele Telefonate und letztlich 325 $, eine 3-Tage-Tour nach Hoi An und Hue zu ordern, aber das sind auch mindestens 800 km je Strecke.

Start war Montag, den 28.07.03 um 05:00 Uhr morgens. Überraschend kam ein anderer Fahrer mit einem anderen Auto. Der Sonnenaufgang über den Reisfeldern war phänomenal, aber angesichts der langen Fahrt wollte ich nicht zum Filmen anhalten lassen. Außerdem sprach dieser Fahrer keine Silbe Englisch. Wir waren sehr erstaunt, dass so früh schon so geschäftiges Treiben in den Ortschaften herrschte, aber wahrscheinlich werden hier die kühleren Morgenstunden genutzt, damit man in der heißen Mittagshitze ausruhen kann. Nach drei Stunden Fahrzeit stoppte der Fahrer bei einem ländlichen Restaurant vor Na Thrang zum Frühstück.

Nach kurzer Rast ging es weiter an herrlichen Küsten- und Strandlandschaften vorbei, aber für Fotostopps war keine Zeit. Der Fahrer fuhr sehr umsichtig und so zügig, wie die zum Teil sehr schlechten Straßenverhältnisse es erlaubten. Immer wieder hielten uns Baustellen und Ersatzbrücken auf, denn die Nationalstraße Nr. 1 ist sehr stark frequentiert und wird offensichtlich ständig repariert, erweitert oder anderweitig verbessert ohne die Möglichkeit einer Umleitung. Wieder verwunderten uns die einfallsreichen Möglichkeiten, Mopeds zum Transport sperriger Güter zu benutzen. Diesmal fiel besonders ein großer Vitrinenschrank auf, unter dem der Mopedfahrer nicht mehr zu sehen war, weiterhin eine große Ladung Ziegelsteine in Taschen und Säcken und von der gesamten Familie festgehalten, auch ein großes Sofa, quer verzurrt, war mit beachtlicher Geschwindigkeit auf zwei Rädern unterwegs.

In der Ebene nach dem ersten größeren Bergpass wurde die Straße zur Piste und wir fürchteten um die Reifen. Außer den vielen Fahrrädern und Mopeds waren hauptsächlich LKW und Busse unterwegs. Diese waren voll besetzt und hatten Dachgepäckträger, die ebenfalls abenteuerlich meterhoch mit Kisten, Säcken, Fahrrädern und Mopeds beladen waren. Einmal schaute auf einem Bus sogar ein großer Betonmischer unter dem übrigen Gepäck hervor. Geflügel und Schweine in Körben und Kisten reisten ebenfalls auf den Busdächern. Transport scheint hier ein großes Thema zu sein. Immer wieder überquerten wir Eisenbahn - Schienen oder sie verliefen parallel zur Straße. Die Eisenbahnanlagen machten einen recht gepflegten Eindruck.

Da auf unserer Karte nur die größeren Orte verzeichnet waren und viele Orte auch kein Ortsschild hatten, wussten wir weite Strecken nicht, wo wir uns gerade befanden. Nach einem kurzen Stopp in einem Restaurant, in dem wir lieber nur eine lauwarme Sprite tranken - unser Fahrer hatte sich allerdings mit einem Essen gestärkt - ging es weiter und weiter…

Nach 13 Stunden fast ununterbrochener Fahrt erreichten wir die alte Hafenstadt Hoi An (ehemals Hai Pho), wo wir übernachten wollten. Unser Fahrer war wahrscheinlich erleichterter als wir. Da sich das erste Hotel, was wir sahen, als sehr schön und preiswert erwies ("Vinh Hung", ein umgebautes altes chinesisches Handelshaus, nahe bei der denkmalgeschützten Altstadt), waren wir für heute erstmal angekommen. Es war hier offensichtlich sehr ungewöhnlich, dass Touristen mit einem privat gemieteten PKW reisen, denn alle verfügbaren Hotel - Mitarbeiter mussten erstmal uns, das Auto und den Fahrer begucken.

Die "Japanische Brücke" ist das Wahrzeichen der historischen Altstadt von Hoi An.
Die "Japanische Brücke" ist das Wahrzeichen der historischen Altstadt von Hoi An.

Der Empfehlung des Hotel - Portiers folgend, ließen wir uns in einer nahen Schneiderei Hemden und Jacken anmessen. Zur Besichtigung der Altstadt von Hoi An mit seiner bekannten Japanischen Brücke war es schon etwas zu dunkel. So aßen wir noch etwas in einem Straßen - Restaurant, aber die fliegenden Händler mit Tiger-Balm und seidengestickten Ansichtskarten ließen uns nicht in Ruhe, so dass wir ins Hotel flüchten mussten.

"Schau ins Land" klappt in netter einheimischer Gesellschaft besonders gut vom Wolkenpass zwischen Hue und Danang.
"Schau ins Land" klappt in netter einheimischer Gesellschaft besonders gut vom Wolkenpass zwischen Hue und Danang.

Der Hotelportier sprach gut Englisch und erkundete den Namen unseres Fahrers. Der hieß Pham. Auf seinen Vorschlag hin verließen wir am folgenden Tag um 07:00 Uhr Hoi An, um eine Tagestour in die alte Kaiserstadt Hue zu unternehmen. Das sind ca. 3 Stunden Fahrt, bei der es auch über den "Wolkenpass" ging. Von dort bot sich wirklich ein atemberaubender Ausblick.