HOME  |  KONTAKT  |  IMPRESSUM
Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
weltreiseberichte.de - Reiseberichte und Informationen aus Südostasien
Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
 
REISEBERICHTE
 
EMPFEHLUNGEN
 
 
Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht VIETNAM 2003 Seite 5/9
 
Tag 6 und 7 «   »
 

Inzwischen hatte sich zu unserer "Reisegruppe" auch noch ein Australier gesellt, so dass alle Erdteile munter durcheinander schwatzten, als wir zum Abendessen an einer langen Tafel saßen. Den Schlangenschnaps musste ich leider ablehnen. Auch auf der Speisekarte standen Schlange und Froschschenkel, das einzige italienische Nudelgericht war auch nicht essbar und Salat wollten wir meiden (Cook it, peel it or let it be). Also musste ein Bier für die Kalorienzufuhr herhalten. Nach dem Essen wollte die gesamte Gesellschaft noch irgendwo etwas trinken gehen, aber die Bürgersteige waren schon hochgeklappt. Wir tranken dann in der Hotelhalle, die auch als Garage für unseren Kleinbus und den kleinen LKW des Hotels diente, noch ein Bier und gingen schlafen. Leider konnten sich die beiden alten Hongkong-Chinesen, die uns gegenüber wohnten und die wir aufgrund der oben offenen Zimmerwände gut hören konnten, die halbe Nacht nicht entschließen, ob sie bitter husten oder brechen mussten.

Oberflächlich mit Baby-Feuchttüchern gereinigt, erwarteten wir am nächsten Morgen das Frühstück. Der dicke Wirt von gegenüber hielt uns die schmierigste Speisekarte aller Zeiten unter die Nase und wir dankten höflich. Doch der Guide meinte, genau das sei die einzige Möglichkeit eines Frühstücks. Wir bestellten die besten Baguettes, die wir in diesem Urlaub je bekamen. Ein in den Nieselregen auf den Gehweg gerückter Tisch ersetzte den Frühstücksraum. Aber inzwischen hatten wir uns so an Asien gewöhnt, dass wir das Ambiente der erwachenden Kleinstadt genossen.

Der Bus brachte uns zu einer weiteren Bootsanlegestelle, da heute die schwimmenden Märkte auf dem Programm standen. Das kleine Boot verfügte über ca. 10 cm hohe Bonsai-Bänkchen, die unter unserer teutonischen Last ächzten. Die schwimmenden Märkte hier sind nicht vergleichbar mit denen in Thailand, da sie weniger bunt und touristenorientiert sind - im Gegenteil: hier war der tägliche Kampf um das nackte Überleben deutlich, da von alten Frauen kleine Mengen Feldfrüchte angeboten wurden, Kinder schwere Reis-Säcke schleppten und ganze Familien auf kleinsten Booten wohnten.

Lieber Gott, wir danken dir, auf der privilegierten Seite der Erde geboren worden zu sein!

Baden im Mekong, Abfälle in den Mekong, Öffnungen der Klohäuschen über dem Mekong, Wasser für die Küche aus dem Mekong…und auch sonst Asien pur. Hier gab es keine Touristenläden und keine Show - nur das harte Leben zum Überleben. Die Menschen waren zurückhaltend und freundlich, sie machten ein in ihr Schicksal ergebenen Eindruck. Aber welche Alternative haben sie hier schon? Die kleineren Kinder waren fröhlich, lernten schnell etwas Englisch und strichen staunend über die etwas stattlichen Bäuche der Touristen: "Papa Buddha!". Wenn sie genug lernen und friedlich leben können, könnten sie eines Tages aus diesem wunderschönen Land auch ein lebenswertes Land machen.

 
Auf den farbenfrohen Ruder- oder Motorbooten kann man die sattgrün bewachsenen Seitenarme des Mekong erleben.
Auf den farbenfrohen Ruder- oder Motorbooten kann man die sattgrün bewachsenen Seitenarme des Mekong erleben.

Weiter hinein in den Mangrovendschungel auf lehmig gelbem Wasser! Hier gab es an jeder Behausung (Palmhütten, Wellblechhütten, selten Steinhäuser) ein großes Schild mit dem Namen des Anwohners. Ob hier Post ankommt? Bei einer Mattenweberei mussten wir das Boot verlassen und versanken sofort in knöcheltiefem Schlamm. Mühsam von Baum zu Baum hangelnd, erkannten wir, dass man sich in der Regenzeit hier wirklich nur per Boot fortbewegen kann. Dann kam noch eine Reisfabrik, wo einige lebhafte kleine Kinder an uns hingen. Wir kauften ihnen Kokospfannkuchen, die sie auch sofort vertilgten.

Boot und Bus brachten uns zurück in ein Restaurant zum Lunch, der Balkon hatte einen guten Blick auf eine Statue von Onkel Ho und den Mekong.

Diesmal konnten wir die Fährüberfahrt genießen, aber als uns am jenseitigen Ufer die Kuchenverkäufer ihre Ware fast in den Mund steckten, fing es wieder an zu regnen…. Zurück in Saigon stiegen wir wieder im selben Hotel ab. Diesmal fanden wir nahe dem Einkaufszentrum, wo wir uns mit Käse, Schinken, Konserven und Spirituosen für die folgenden Wochen eindeckten auch ein Café, in dem es den Fisch nach europäischer Art lecker gebraten gab. Außer dem sehr ungeschickten Versuch eines Ansichtskartenverkäufers, an unsere Bauchtasche zu gelangen, hatten wir hier in Saigon und auch überall sonst in Vietnam keinerlei Ärger mit Kriminalität.