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| Kindliches Entertainment für Touristen
im Mekong-Delta |
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| Mit Plastik bespannte Strohhüte gehören
in der Regenzeit zur Komfortausstattung der flachen Motorboote. |
Aber wir hatten schon in Deutschland vorgesorgt. Da das gecharterte
Boot nur sehr dürftig überdacht war, wurde es eine
sehr feuchte Angelegenheit. Beim ersten Stopp auf einer Insel
begrüßte uns eine Gruppe vietnamesischer Musiker
mit einheimischen und internationalen Liedern. Besonders erfolgreich
waren die beiden kleinen Sängerinnen (ca. 8 - 10 Jahre)
beim anschließenden Geldeinsammeln. Es gab Früchte
und Tee - eigentlich eine sehr hübsche Idee, um das Land
den Touristen besser vorzustellen. Mit gepaddelten Kanus ging
es im strömenden Regen weiter durch kleine Flussarme.
Die Bootsführer teilten die typischen Strohhüte,
mit Plastikfolie regenfest gemacht, aus. Leider hinderte mich
der Regen am Filmen, aber der Eindruck der sattgrünen
Pflanzen, die zu beiden Seiten grüne Wände bildeten,
ist auch so unauslöschlich geblieben.
Auf einem größeren Boot brachte man uns in ein
Restaurant zum Lunch. Hier saß der Spanier an unserem
Tisch und da wir alle ähnlich langsam Englisch sprachen,
unterhielten wir uns sehr gut. Von ihm erfuhren wir auch,
dass die Übernachtung für diese 2 - Tage - Tour
auch im Preis von insgesamt 15 US$ enthalten war. Für
die kommende Nacht ahnten wir nichts Gutes.
Weiter ging es - immer noch im Regen - auf eine andere Insel,
auf der eine Palmzuckerfabrik war. Wir kauften pflichtschuldig
einige Päckchen Süßigkeiten und tranken Palmschnaps,
der die Stimmung merklich auflockerte und einen die nassen
Klamotten vergessen ließ.
Leider hatte dieser Palmschnaps noch eine andere Wirkung:
Als wir uns mit dem Kleinbus in eine Warteschlange vor der
Fähre einreihen mussten, überkam mich mit Macht
ein menschliches Bedürfnis, aber eine Toilette war erstmal
weit und breit nicht zu erwarten. So begleitete mich der Guide
zu einem Privathaus, in dessen Erdgeschoß eine Art Geschäft
untergebracht war und fragte nach einem "Bathroom".
Man brachte mich in einen Verschlag, in dem es eine Wasserleitung
und eine Plastikschüssel gab. Das war aber nicht das,
was ich brauchte. Also musste ich mich selbst verständlich
machen. Nachdem ich undamenhaft mit zusammengepressten Beinen
hin und her gesprungen war, brachte man mich zu einer Toilette.
Erleichterung auf der ganzen Linie. Das Trinkgeld, was ich
der Familie gab, könnte sie auf eine Geschäftsidee
bringen.
Der Mekong ist hier mehrere Kilometer breit und die Fahrt
in der Abenddämmerung auf der riesigen, sehr vollen Fähre
ließ mich in Gedanken eine Schlagzeile lesen: "Überfüllte
Fähre sank im Mekong - Delta". Aber es ging alles
gut und wir erreichten das Hotel, das meinen Erwartungen voll
entsprach: Gefängniszelle mit vergittertem Fenster, an
der Decke offen zum Korridor (Geräuschkulisse aus allen
Zimmern dieser Etage). Aber es gab ein Bad, dessen besonderer
Service in einem Kamm bestand, der ehemals rot, aber jetzt
schwarz war und im Zahnputzbecher auf Benutzung wartete. Diesen
Service nutzten wir nicht und da es in diesem Bad sehr streng
roch, besuchten wir auch die anderen Einrichtungen nur im
Notfall. Zum Glück hatte ich ja ein großes Paket
feuchte Babytücher mit.
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