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Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
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Reisebericht VIETNAM 2003 Seite 3/9
 
Tag 5 «   »
 

Die Fahrt zum Mekong-Delta begann pünktlich und der PKW nach Saigon war für vietnamesische Verhältnisse fabrikneu.

Die Fahrt von Phan Thiet nach Saigon führte anfangs durch reizvolle ländliche Gegenden mit Reisfeldern, Obst- und Kautschukplantagen und kleineren Orten. Als Verkehrsregel galt offensichtlich das Recht des Stärkeren. Die meisten Verkehrsteilnehmer waren Mopedfahrer, und es ist erstaunlich, was sich mit einem solchen Fahrzeug alles transportieren lässt. Ob ein Schwein in einer Kiste quer, Mengen riesiger Eimer, Schränke, lange Rohre oder einfach nur 5 Personen auf einem Moped - der TÜV hätte hier seine helle Freude. Man konnte auch an längs oder quer angebrachten Stangen mit langen Nägeln viele Tüten, Ballen und Körbe anhängen, so dass sich die Dimension des Fahrzeugs dramatisch veränderte. Das galt auch für Fahrräder. Ochsenkarren gehörten auch zum Straßenbild sowie einige Busse und LKW. PKW waren eher die Ausnahme.

In den Ortschaften ging es gemächlich zu und noch verbreiteter als sonst in Asien war jede Hütte auch ein Geschäft. Auf Plastikstühlen oder Holzgestellen wurden hauptsächlich Obst und Gemüse, aber auch Getränke, Mopedbenzin in Plastikflaschen und andere staubige Waren präsentiert, fast in jeder Hütte das gleiche Sortiment. Auch Läden, die "Pho", also Suppe, anbieten, waren alle paar Meter zu finden.

In einem Ort führte ein Mann ein hübsches, dickes rosa Schwein wie einen Hund an der Leine neben sich her. Wir sahen auch viele LKW, auf denen in Bambuskörben handlich eingerollte Schweine hoch aufgetürmt waren. Die Schweine waren hier alle appetitlich rosa und für den Transport offensichtlich vorher gebadet worden, denn sie sahen alle sehr sauber aus.
Schon ca. 30 km vor Saigon begann der Stadtverkehr in seiner üblichen Dichte, und es passieren offensichtlich viele Unfälle. Wir sahen etliche, aber unser Fahrer fuhr sehr vorsichtig.

Das empfohlene "Nhat Ha" - Hotel in Saigon entpuppte sich als Gewinn. An der Rezeption sprach man sehr gut Englisch und die Dame konnte mit unserem Fahrer die Abholung für die Rückfahrt klären. Das Hotel lag direkt in der City und war trotz internationalem Standard sehr preiswert (ca. 25 US$ für 2 Personen mit Frühstück).

 
Auf geht es zur wilden, verwegenen Rikscha - Jagd durch Saigon.
Auf geht es zur wilden, verwegenen Rikscha - Jagd durch Saigon.

Kaum hatten wir unsere Erkundungstour in Saigon begonnen, verfolgten uns am Ben Tanh - Market einige Rikscha - Fahrer mit Angeboten. So ließen wir uns für einen Dollar pro Rikscha zur berühmten Hauptpost bringen. Das war allerdings nichts für schwache Nerven, denn in dem bereits beschriebenen Verkehrsgetümmel nahmen die Fahrer eine wilde Jagd auf, um sich gegenseitig zu übertreffen. Und bei dieser Art Fahrzeug sitzt man ja als Fahrgast vorne!

 
Eines der baulichen Sehenswürdigkeiten in Saigon ist das historische Postgebäude.
Eines der baulichen Sehenswürdigkeiten in Saigon ist das historische Postgebäude.

In dem beeindruckenden Postgebäude wollten wir uns zunächst mit Postkarten und Briefmarken versorgen. Ein kleines Mädchen von ca. 11 Jahren sprach uns in Englisch an und unterhielt sich mit uns. Offensichtlich sind die Menschen sehr wissbegierig, was ausländische Touristen und deren Heimat angeht. Sie begann auch sofort mit dem Vietnamesisch - Unterricht, bis ihre große Schwester, eine Studentin, sich einmischte und uns ihre Begleitung zu einer Stadtbesichtigung anbot. Aber wir hatten ja nur wenig Zeit und ihr Englisch war auch sehr anstrengend.

Kaum den neuen Bekannten entflohen, erwarteten uns die Rikschafahrer, um uns zu einer weiteren wilden verwegenen Fahrt zu überreden. In der Duong Dong Khoi, die früher Rue Catinat hieß und bei Graham Greene eine große Rolle spielte, wollten wir einiges einkaufen, aber die Rikschafahrer verfolgten uns mit ihrer liebenswürdig - aufdringlichen Art. So flüchteten wir erstmal in ein Café, um dann in Ruhe die Stadt anzusehen. Auf der Suche nach einem vietnamesischen Nationalgewand musste ich wieder mal einsehen, dass Größe 42 in Südostasien nicht gebräuchlich ist. So ließ ich mir eines anmessen (gegen 15:00 Uhr), welches gegen 21:30 Uhr im Hotel abgeliefert wurde. Auch sonst waren die Textilien in Saigon preiswert und von guter Qualität.

Zurück im Hotel mussten wir erfahren, dass das Restaurant renoviert wurde. Da es in Strömen regnete, nahmen wir ein Taxi zum empfohlenen nahen Restaurant. Dort gab es leider nur chinesisch oder vietnamesisch beschriebene Gerichte und anhand der bunten Fotos wählten wir Lachs aus, da wir den undefinierbar aussehenden Gerichten bezüglich der Zutaten misstrauten. Als der Lachs kam, war er roh. Nicht geräuchert, nicht gebeizt; gekochter Reis mit Sojasoße und rohem Fisch. Nicht ohne Vorbehalte, wegen der morgen geplanten Mekong-Tour, aßen wir dieses Menü zur Belustigung der anderen Gäste auch mit Stäbchen. Es war nicht wirklich unser Geschmack, aber es hat uns nicht geschadet.