HOME  |  KONTAKT  |  IMPRESSUM
Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
weltreiseberichte.de - Reiseberichte und Informationen aus Südostasien
Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
 
REISEBERICHTE
 
EMPFEHLUNGEN
 
 
Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht VIETNAM 2003 Seite 1/9
 
Tag 1   »
 

Angesichts der langen Schlange am Thai Airways - Schalter schwanden alle Hoffnungen auf einen guten Platz im Flieger. Auch als wir endlich dran waren, wurde meine Bitte nach Beinfreiheit abschlägig beschieden. Freundlicher wurde die Dame, als sie sah, dass wir von Bangkok nach Saigon weiterfliegen würden.

Die Freude war groß, als wir unsere Plätze sahen: neben der Pantry und vor uns zwei Meter Platz!!! - Thai Airways hatte offensichtlich ein schlechtes Gewissen bezüglich der 12 Stunden Aufenthalt in Bangkok.

Wie immer schaukelte das Flugzeug zu den Mahlzeiten gewaltig, ansonsten war es ein sehr ruhiger Flug mit exzellentem Service.

In Bangkok erwartete uns gleich eine Mitarbeiterin der Fluggesellschaft mit einer Reihe von Gutscheinen für Taxi-Transfer, Mahlzeiten und das Zimmer im Flughafen-Hotel. Etwas Nerven kostete das Überreden des Taxifahrers, den kurzen Weg zum Hotel mit uns zwei Personen allein anzutreten, aber wir waren sehr müde und die Aussicht auf eine Dusche und ein Bett ließ uns - entgegen der Landessitten - etwas ungeduldig werden. Die uns von früheren Aufenthalten bereits bekannte feuchtheiße Luft dieser tropischen Großstadt ist immer wieder gewöhnungsbedürftig.

Das Flughafenhotel wäre nicht unser Traumhotel für den Urlaub, aber nach der langen Reise (Berlin - Frankfurt mit dem Zug, dann der ca. 11-stündige Flug) bot es kaltes Wasser aus dem Kühlschrank, ein sauberes Bad, gute Betten und ein reichhaltiges Frühstück.

Die Abholung zum Weiterflug am Nachmittag klappte sehr gut, aber was wir nicht wussten war die Tatsache, dass wir faktisch nach Thailand eingereist waren und nun Flughafen-gebühren bezahlen mussten - also Stress: Geld tauschen (Bezahlung nur in Baht möglich) und den getauschten Überschuss im Flughafen für Kinkerlitzchen ausgeben. Doch der Stress war damit noch nicht vorbei, denn im Abflugraum waren endlose Formulare für die Einreise nach Vietnam auszufüllen. Für Reisende ohne ausreichende Englischkenntnisse wäre das trotz Pauschalreise unmöglich.

Nach knapp zwei Stunden Flug landeten wir in Saigon - der Stadt, die wir erst kürzlich wieder durch die Lektüre des Buches "Der stille Amerikaner" versucht hatten, kennen zu lernen. Offiziell heißt sie "Hoh-Chi-Minh-City" und viele Vietnamesen achten auf die korrekte Bezeichnung. Das Geduldsspiel an der Passkontrolle begann…und dauerte ca. 90 Minuten, in denen wir den Pass `zig mal zeigen mussten. Fast als letzte Passagiere erreichten wir das Gepäckband und - oh Wunder - unsere beiden Taschen und unser Sonnenschirm standen einsam und vollständig neben dem Band!

In der Halle (es war nach 21:00 Uhr) erwartete uns wirklich jemand mit unserem Namensschild, um uns in unser Hotel an die Küste zu bringen. Leider sprach der Fahrer weder Englisch, Französisch, Russisch oder Deutsch und er wollte auch weder unseren Transfer-Voucher sehen noch haben. Ein Abenteuer begann…

 
Der Gehweg ist Lebensraum und gehört zum Ladengeschäft. Das macht jeden Einkaufsbummel zum Hindernislauf.
Der Gehweg ist Lebensraum und gehört zum Ladengeschäft. Das macht jeden Einkaufsbummel zum Hindernislauf.

Schon die Fahrt durch das abendliche Saigon ließ uns ahnen, auf was wir uns eingelassen hatten. Tausende Mopeds, die mit bis zu vier Personen besetzt waren, fuhren scheinbar planlos zwischen Rikschas, Lastwagen und Fahrrädern rechts und links von uns. Auf den Gehwegen standen Mopeds, improvisierte Garküchen und Verkaufsstände, dazwischen Menschen, Menschen, Menschen. Die Geschäfte waren noch geöffnet und das Gewimmel einer asiatischen Großstadt war in vollem Gange. Von Verkehrsregeln war kaum etwas zu bemerken, aber nach einiger Zeit erkannten wir eine Art von Rechtsverkehr.

Wenn man in einem klimatisierten, gepflegten PKW sitzt, hat das alles einen besonderen Reiz, obwohl wir auch einige Male anderen Fahrzeugen gefährlich nahe kamen. Die Hupe ist wohl das Wichtigste hier an jedem Fahrzeug. Da wir nur sehr langsam vorankamen, dauerte es sehr lange, bis wir aus der Stadt heraus waren.

Leider konnten wir in der Dunkelheit nichts von der Landschaft erkennen und der Fahrer fuhr extrem langsam. Später sollten wir erfahren, warum das so war.

Nach knapp 200 km und vier Stunden später (gegen 01:00 Uhr nachts) erreichten wir unser Hotel, das Palmira-Resort Phan Thiet. Wiederum waren Formulare auszufüllen, die weit umfangreicher waren, als man das kennt. Aber das Hotel war auf den ersten Blick (und auch auf alle weiteren) ein Glückstreffer, von dem wir nicht zu träumen gewagt hatten. Wir waren happy - endlich angekommen und ein Quartier dicht am Strand, in dem wir uns sofort wohl fühlten. Noch einen lauwarmen Drink auf der Terrasse über dem Meer, von dem eine angenehme Brise auf unsere malträtierten Körper und Seelen wehte.