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Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
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Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht MALAYSIA 2005 Seite 8/10
 
Wo sind unsere Grenzen? (Tag 12) «   »
 

Der Schweiß strömte uns übers Gesicht und die Kleidung klebte am Körper. Man musste auf allen Vieren den Berg hinauf kraxeln und gleichzeitig aufpassen, wo man anfassen (Schlangen?) und wo man hintreten konnte. Unsere Aqua-Schuhe, die wir vor dem Urlaub bei einem Discounter für wenig Geld erstanden hatten, taten gute Dienste. Weniger geeignet erwiesen sich die Mikrofaser- Shorts meines Mannes, die bei einem großen Schritt kurzerhand im Schritt weit aufrissen. An Filmen dachte ich jetzt nicht mehr, denn dieser Gewaltmarsch bei einer so hohen Luftfeuchtigkeit zeigte mir meine schlechte Konstitution. Aber zum Glück hatte Wendy eine noch viel schlechtere Ausdauer und blieb immer weiter zurück. Sie war zwar um einiges jünger als ich, aber auch dicker. Aber ich wusste, dass ich dieses Tempo nicht mehr lange durchhalten würde.

 
Nasenaffen, Hurra!
 
 
 
 

Als Wendy nicht mehr nachkam, entschloss sich der Guide, umzukehren und eine andere Route zu wählen. Diese erwies sich keineswegs als bequemer. Aber wir wurden belohnt:
Der Guide blieb plötzlich stehen und bedeutete uns, ruhig zu bleiben. Zunächst sahen wir nur Baumwipfel, die sich bewegten, aber dann sahen wir sie, einzelne Nasen-Affen. Da diese sehr scheu sind, verstehen sie es, sich immer wieder gut zu verstecken und möglichst nicht für Fotos zur Verfügung zu stehen. Aber, oh Wunder, meine Kamera hatte sich an die Feuchtigkeit gewöhnt und uns gelangen einige gute Bilder, nicht zuletzt dank des Zooms. Und wieder begann es zu tröpfeln und die Affen verschwanden. Nach einigen weiteren Minuten goss es in Strömen und wir hockten uns unter einen niedrigen Felsvorsprung. Geheuer war uns das nicht, denn der Regenwald, der hier seinem Namen alle Ehre machte, versank fast in den herabstürzenden Fluten. Nach ca. 20 Minuten ließ der Regen nach, aber der Weg war dadurch nicht einfacher geworden, da nun alles noch nasser und noch glitschiger war. Als wir den Strand erreichten, erwischte uns noch ein Schauer, aber es gab hier eine, leider total zugemüllte, Schutzhütte.

 
Ein Boot für die "Alten und Schwachen"
 
 
 

Nach weiteren 20 Minuten hörte es auf, zu regnen. Dankbar registrierten wir, dass der Guide per Handy ein Boot zum nahe gelegenen Strand beordert hatte, welches uns, die wir die schlechteste Kondition hatten, zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung brachte.

Hier gab es ein "Restaurant", wo wir einen guten Kaffee bekamen. Einige freche Affen stibitzten Lebensmittel von den Tischen und wir amüsierten uns über die verblüfften Gesichter der leichtsinnigen Besucher, die ihren Teller unbeobachtet gelassen hatten. Ein dickes, großes Wildschwein lief seelenruhig zwischen den Hütten herum.

 
Der Lunch ist weg!
 

Als unser Guide nach ca. einer Stunde mit den beiden sportlicheren Teilnehmern wieder auftauchte, die den beschwerlichen Rückweg zu Fuß angetreten hatten, stellte er fest, dass unser Boot mit den Lunchboxen verschwunden war. Eine andere Touristengruppe hatte sich mit dem Boot zur Anlegestelle außerhalb des Nationalparks bringen lassen. Dem Guide war das sooo peinlich, aber er konnte ja nichts dafür. Keiner in unserer Gruppe hatte ihm das übel genommen. Auf der Rückfahrt mit einem anderen Boot kam uns unser Lunch dann auf halbem Weg entgegen. Fast alle schenkten ihr Paket dem Guide, bei dem es sicher an diesem Abend für die ganze Familie Hühnerbeine, Bananen und hart gekochte Eier gab. Bei uns gab es nichts mehr, denn wir waren so geschafft, dass wir unsere Beine nicht mehr spürten. Aber wir hatten die Nasenaffen gesehen!