| Von der Veranda des Guesthouses aus führte
ein Gang zu den Schlafkojen. Fünfzehn Kojen für je
zwei Personen waren auf jeder Seite des Ganges vorhanden und
zwei davon waren mit Moskitonetzen und weißer(!) Bettwäsche
für die Holländer und uns hergerichtet. Es gab auch
eine Küche und mehrere Duschen und Toiletten. Doch diese,
beschlossen wir, nur im Notfall zu benutzen.
Unser Fahrer und Guide Milton hatte inzwischen mit Hilfe
einer Iban - Frau das Abendessen gekocht. Es gab Hühnchen,
Reis und Gemüse. Im Anschluss sollte das Abendprogramm
beginnen. So gingen wir, bepackt mit unseren Gastgeschenken,
zum Langhaus, wo wir von den Iban mit einem Glas "Tuak"
(Reiswein) begrüßt wurden. Tuak ist eine etwas
trübe Flüssigkeit, die säuerlich, aber nicht
unangenehm schmeckt. Zu Gong- und Trommelrhythmen führte
man uns einige Tänze in traditioneller Tracht vor. Die
Männer trugen Federkopfschmuck und Lendentuch, die Frauen
hatten neben dem aufwändigen Metall-Kopfputz auch filigran
geknüpfte Perlenrundkragen mit Wollpompons umgelegt.
Etwas komisch war es schon, dass die Tänzer und Musiker
einen solchen Aufwand für uns vier Touristen betrieben.
Im Anschluss bekamen wir auch einen Federschmuck auf den Kopf
und mussten mittanzen. Auch der Versuch eines Bambustanzes,
bei dem man zwischen zwei rhythmisch zusammenschlagenden Bambusstangen
hindurchhüpfen musste, blieb uns nicht erspart.
Nach dem höflichen Dank ("Terima kasih") und
gegenseitigem Händeschütteln wurden die Gastgeschenke
überreicht. Wir hatten einen großen Beutel mit
Keksen, Bonbons, Salz und nützlichen Kleinigkeiten wie
ein Nageletui, Bleistifte und Schulhefte mitgebracht. Die
Süßigkeiten wurden von der Frau des Oberhauptes
sofort in gleichmäßige Portionen aufgeteilt, die
ruck-zuck von den Familien abgeholt oder gegessen wurden.
Die nützlichen Kleinigkeiten und das Salz verschwanden
ungesehen.
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