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Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
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Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht MALAYSIA 2005 Seite 4/10
 
Wie kommt der Feuerlöscher in den Urwald? (Tag7) «   »
 

Etwas irritierend waren die türkisfarbenen Feuerlöscher, die an jedem 2. Pfosten hingen, ebenso wie ein rotes Telefon in der Mitte des Gemeinschaftsraumes. Angesichts der zundertrockenen Wände und Böden aus Holz und Bambus hatte die Regierung nach einigen tragischen Bränden die Feuerlöscher zur Pflicht gemacht. Das rote Telefon darf nur das "Oberhaupt" des Langhauses benutzen.

Obwohl es schon bedrohlich donnerte, machten wir danach noch eine "geführte" Tour durch den angrenzenden Dschungel, wobei man uns Techniken zum Fallen stellen demonstrierte und Bambussprossen und Knoblauchholz kosten ließ. Auch einige Iban - Gräber mit den entsprechenden Geschichten wurden uns erklärt. Das war ein sehr schweißtreibender Marsch über Wurzeln, Steine, Pfützen, Lianen und Unterholz. Nach gut einer Stunde waren wir zurück beim Guesthouse und nahmen dankbar das Angebot an, im Fluß zu baden.

 
Gibt es hier Krokodile?
 

An der Anlegestelle waren wieder Frauen mit Wäsche waschen und Körperpflege beschäftigt und eine Horde Kinder planschten auch fröhlich im Wasser. Daher vertrauten wir darauf, dass an diese Stelle des Flusses keine Krokodile lebten. Das Wasser war kälter, als wir erwartet hatten, aber sehr erfrischend. Der Grund des Flusses war etwas schlammig, aber wir hatten ja Badeschuhe an. So sprangen wir fröhlich mit den Kindern ins Wasser und planschten unter viel Gelächter und Sprachengewirr, bis der Regen einsetzte. Dieses fröhliche Spiel mit den Kindern hatte uns bestimmt eine Menge Sympathien bei den Iban eingebracht. Das holländische Ehepaar hatte erst im Guesthous seine Sachen gewaschen und über das Geländer gehängt. Als sie zum Fluß kamen, regnete es bereits. Aber sie waren den Einheimischen gegenüber sowieso arrogant und geizig. Wir waren ein wenig schadenfroh, als sie "ungebadet" zurückkehrten.

 
Dschungelromantik
 
Von der Veranda des Guesthouses aus führte ein Gang zu den Schlafkojen. Fünfzehn Kojen für je zwei Personen waren auf jeder Seite des Ganges vorhanden und zwei davon waren mit Moskitonetzen und weißer(!) Bettwäsche für die Holländer und uns hergerichtet. Es gab auch eine Küche und mehrere Duschen und Toiletten. Doch diese, beschlossen wir, nur im Notfall zu benutzen.

Unser Fahrer und Guide Milton hatte inzwischen mit Hilfe einer Iban - Frau das Abendessen gekocht. Es gab Hühnchen, Reis und Gemüse. Im Anschluss sollte das Abendprogramm beginnen. So gingen wir, bepackt mit unseren Gastgeschenken, zum Langhaus, wo wir von den Iban mit einem Glas "Tuak" (Reiswein) begrüßt wurden. Tuak ist eine etwas trübe Flüssigkeit, die säuerlich, aber nicht unangenehm schmeckt. Zu Gong- und Trommelrhythmen führte man uns einige Tänze in traditioneller Tracht vor. Die Männer trugen Federkopfschmuck und Lendentuch, die Frauen hatten neben dem aufwändigen Metall-Kopfputz auch filigran geknüpfte Perlenrundkragen mit Wollpompons umgelegt. Etwas komisch war es schon, dass die Tänzer und Musiker einen solchen Aufwand für uns vier Touristen betrieben. Im Anschluss bekamen wir auch einen Federschmuck auf den Kopf und mussten mittanzen. Auch der Versuch eines Bambustanzes, bei dem man zwischen zwei rhythmisch zusammenschlagenden Bambusstangen hindurchhüpfen musste, blieb uns nicht erspart.

Nach dem höflichen Dank ("Terima kasih") und gegenseitigem Händeschütteln wurden die Gastgeschenke überreicht. Wir hatten einen großen Beutel mit Keksen, Bonbons, Salz und nützlichen Kleinigkeiten wie ein Nageletui, Bleistifte und Schulhefte mitgebracht. Die Süßigkeiten wurden von der Frau des Oberhauptes sofort in gleichmäßige Portionen aufgeteilt, die ruck-zuck von den Familien abgeholt oder gegessen wurden. Die nützlichen Kleinigkeiten und das Salz verschwanden ungesehen.

 
Eine etwas andere Nacht
 
Das spärliche Licht wurde von einem Stromgenerator gespeist. Als wir wieder im Guesthouse ankamen, tranken wir noch eine Flasche Tuak zusammen und unterhielten uns mit Milton. Früher als erwartet ging das Licht plötzlich aus und Milton holte eine Karbidfunzel. Aber keiner hatte Lust, schlafen zu gehen, obwohl wir sehr müde waren. Als das Licht noch an war, hatten wir auf den Deckenbalken der Schlafkojen reichlich Ratten hin und her huschen sehen, und der Gedanke, von ihnen nur durch ein lockeres Moskitonetz getrennt zu sein, war wenig einladend. Auch der kurze Besuch der Toilette in absoluter Finsternis war ein Abenteuer. Dass wir dann doch etwas Schlaf fanden, war ein Wunder, denn die Geräusche des Dschungels und das Huschen und Knabbern der Ratten ließen die Nacht dann doch sehr lang werden.