HOME  |  KONTAKT  |  IMPRESSUM
Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
weltreiseberichte.de - Reiseberichte und Informationen aus Südostasien
Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
 
REISEBERICHTE
 
EMPFEHLUNGEN
 
 
Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht MALAYSIA 2005 Seite 3/10
 
Hilfe, keiner will unsere Dollars tauschen! (Tag 6) «   »
 

Um unsere Getränke - Vorräte aufzufüllen und noch etwas Geld zu tauschen, fuhren wir nach Kuching, ca. 45 Minuten mit dem hoteleigenen Shuttle-Bus. Außerdem wollten wir auch noch einiges für die Regenwald - Tour besorgen. Im Reiseführer stand, die Iban erwarten Gastgeschenke und freuen sich über Salz, Reis und Süßigkeiten. Angesichts der kämpferischen Vergangenheit dieses Volkes wollten wir auf keinen Fall etwas falsch machen.

Dann erwartete uns eine böse Überraschung. Auf der Bank in Kuching wollte man bestimmte Seriennummern von Dollarnoten nicht umtauschen. Dummerweise bestand der größte Teil unserer Barschaft aus Noten mit besagten Nummern. Man schickte uns zu verschiedenen Wechselstuben und es begann eine Odyssee durch Kuching bei ca. 40 Grad. Leider nahmen auch diese unser Geld nicht an, so dass wir schon einen sehr dürftigen Urlaub mit schaumgebremster Einkaufswut vor uns sahen. Zwar hatten wir auch noch eine Kreditkarte und einige Euro, doch der Hauptetat bestand nun einmal aus besagten Dollarscheinen.

Recht geknickt kehrten wir zurück. Wir erkundigten uns im Hotel, aber auch hier nahm man diese Scheine nicht an. Die netten Leute von der Rezeption und Nelly vom Reisebüro waren alle sehr hilfsbereit. Sie telefonierten herum und nannten uns noch einige Banken, die möglicherweise weniger strenge Richtlinien hatten. Das zu testen mussten wir auf die nächste Woche verschieben, da wir ja erstmal zu den Iban wollten.

 
Lemanak-River
- Im Regenwald (Tag7) -
 

Dieser Ausflug in den Regenwald Borneos zu den Naturschönheiten und zu den Ureinwohnern sollte zu jedem Reisevorhaben nach Sarawak gehören. Bei uns hatte es nachts erstmal geregnet und es regnete auch bei der Abholung noch. Milton, unser Fahrer, machte einen sehr intelligenten Eindruck. In Kuching nahmen wir noch zwei holländische Touristen auf. Es beruhigte uns, dass nicht mehr Leute an diesem Ausflug teilnahmen, denn so konnten wir uns in dem Van richtig ausbreiten.

Beim ersten Stopp, einem chinesischen Markt, fanden wir ein riesiges Einkaufsparadies für Textilien und Lederwaren vor. Angesichts unserer nur begrenzt tauschbaren Barschaft kauften wir nur Kleinigkeiten und noch einige Riesenpackungen Kekse für die Iban. Zwei Stunden später hielten wir zum "Lunch" an einer Raststätte. Das holländische Ehepaar erwies sich als recht arrogant, aber wir ließen uns das chinesische Essen (Reis, Hühnchen und Gemüse) schmecken. Hier, nahe beim Erzeuger (wir waren an vielen Pfefferplantagen vorbeigefahren) kauften wir erstmal reichlich weißen und schwarzen Pfeffer. Nach nochmals zwei Stunden Fahrt in Richtung der indonesischen Grenze hörte die Straße auf. Wir kletterten eine Uferböschung hinunter, wo schon Einheimische mit ihren Langbooten warteten. Das Anlegen der Rettungswesten war bei dieser Hitze sehr lästig und unserer Meinung nach auch nicht nötig, da das Wasser sehr flach war, aber die Reiseagentur war offensichtlich sehr auf Sicherheit bedacht.

Die mal wilde und mal langsame Fahrt (abhängig von der Wassertiefe) führte durch undurchdringlichen Urwald. Teilweise blockierten umgestürzte Baumriesen den Fluss, so dass sich durch Schwemmsand Untiefen gebildet hatten. Lianen hingen herunter und die Geräusche der tropischen Wälder wurde nur durch wenige motorisierte Boote unterbrochen. Nach jeder Biegung des Flusses bot sich ein anderes, wunderschönes Bild. Allerdings kam spätestens jetzt auch das Moskito - Spray, was wir uns in Kuching besorgt hatten, zum Einsatz.

 
Das Langhaus als gute soziale Alternative
 

Etwas lahm vom langen Sitzen auf den winzigen flachen Bänkchen im Boot kamen wir bei "unserem" Langhaus an. Einige Frauen wuschen an der Anlegestelle ihre Wäsche und die bunten Waschmittelpackungen passten irgendwie nicht so ins Bild. An den Füßen festgebundene Hähne (für den traditionellen Hahnenkampf) krähten lautstark ihren Unmut über diese Art der Gefangenschaft heraus. Träge zottelige Hunde trotteten neben uns her, als wir die improvisierten Stufen unterschiedlichster Höhe zum "Guesthouse" hinauf gingen. Auf der Veranda konnten wir erstmal einige Tassen heißen Tee trinken. Danach besichtigten wir das eigentliche Langhaus, welches gut 20 Familien beherbergte.

Das Prinzip eines Langhauses ist ein ca. 200 m langes Bauwerk auf Pfählen mit einem der gesamten Länge entsprechenden Gemeinschaftsraum, von dem die einzelnen "Familienräume" abgehen, also wie in einem großen eingeschossigen Wohnblock ein großer Korridor mit einzelnen Wohnungseingängen. Nur hier findet das gesamte tägliche Leben wie Essen, Handarbeiten und Kommunikation in dem Gemeinschaftsraum statt.

 
Wie alt sind die konservierten Köpfe?
 
In unserem "Langhaus" lagen einige Personen am Boden auf Matten, um ein Schläfchen zu halten, Kinder spielten in Grüppchen und Frauen widmeten sich ihrer Handarbeiten. Vor den einzelnen Türen unterschiedlichster Machart hatten die Bewohner ihre Schnitzereien, Flechtarbeiten und Pfeffer in den fantasievollsten Verpackungen, z. B. Colaflaschen, zum Anschauen und Verkaufen ausgestellt. An den Deckenbalken hingen die Kopfputze mit langen Federn für traditionelle Tänze und in Bambus gewickelt die angeblich über 100 Jahre alten konservierten Köpfe, die diese Kopfjäger ja damals sammelten. Ein gar nicht kämpferisch aussehender alter Mann mit reichen Tätowierungen am gesamten Körper begrüßte uns freundlich. Wir lernten, dass die Vielfalt und Anordnung der Tatoo `s von den siegreichen Kämpfen, Ruhm und Ehre des so Geschmückten zeugen. Die Kinder verloren auch ihre Scheu, als sie sich im Display meiner Video-Kamera sahen. Im gesamten Langhaus hing ein etwas strenger Geruch, der aber ob dieser hygienischen Verhältnisse nicht verwunderte.