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Reiseberichte und Reisetagebuch aus Ländern Südostasiens
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Unsere Empfehlung zu diesem Thema:
 
Reisebericht MALAYSIA 2005 Seite 2/10
 
Shoppen und staunen (Tag 3) «   »
 

Am Nachmittag fuhren wir mit der S - Bahn nach Chinatown. Die Menschen waren sehr hilfsbereit, uns den Weg zu erklären. Das Fahrkartensystem funktioniert hier wie in Singapur (nur mit gültiger Fahrkarte öffnen sich der Ein- und Ausgang automatisch). In diesem Teil Kuala Lumpurs fanden wir Asien, wie wir es von anderen asiatischen Hauptstädten kannten.
Gerüche von Abwässern, Obst, Garküchen und getrocknetem Fisch mischten sich zu einem Cocktail und im Gedränge der Menschenmassen spürten wir die heiße, feuchte Luft ganz besonders. Auffallend war hier auch der Kontrast zwischen einzelnen baufälligen chinesischen Geschäftshäusern und monumentalen modernen Glaspalästen von beträchtlicher Höhe.

Obwohl man den Blick nicht von dem überquellenden Warenangebot wenden konnte, sollte man doch auf den Fußweg achten, da Hindernisse wie große Löcher, herausragende Rohre oder einfach nur Abfall leicht zum Verhängnis werden können. Das Völkergemisch aus Chinesen, Indern, Malaien in traditioneller oder in moderner Kleidung und Touristen aus aller Welt war beim Handeln und Schachern voll in seinem Element. Bei den Waren ist - wie fast überall in Asien - ein Hang zum Kitsch nicht zu übersehen. Aber auch total "abgefahrene" Mode war in den langen, schmalen Läden hinter dem Markt zu finden, so sahen wir z. B. einen Minirock mit Beinstulpen wie von einer abgeschnittenen Schlagjeans, die an den nackten Knien befestigt waren. So bunt wie das Warenangebot waren auch die Preise, aber grundsätzlich waren Textilien und Schuhe sehr preiswert. Entsprechend hatten wir auch schon eingekauft. Zufrieden hatten wir auch in Kuala Lumpur "unser" Asien gefunden.

Zurück im Hotel stellten wir fest, dass wir noch etwas Tonic-Wasser brauchten, um uns einen Drink zu mixen. Also ging ich noch einmal los in der Hoffnung auf schnelle Erledigung, war unser Hotel doch geradezu umgeben von verschiedensten Einkaufspalästen. Hätte ich eine Uhr oder ein Handy kaufen wollen, wäre ich nach zehn Minuten zurück gewesen. So brauchte ich über eine Stunde, um im vierten Supermarkt fündig zu werden.

Im Flughafen von Kuala Lumpur, der zu den gepflegtesten gehörte, die wir je sahen, fielen uns die zahlreichen pieksauberen Toiletten auf. Da könnte sich sogar Frankfurt etwas abgucken.

 
Damai Lagoon (Kuching, Borneo)
- Ankunft im Paradies (Tag 4) -
 

Der Weiterflug nach Kuching auf Borneo verlief ruhig, doch leider mussten wir auch hier wieder zahlreiche Einreiseformulare ausfüllen (Einreiseformular, Zollerklärung, Gesundheitserklärung), alles mit mehrmaliger Nennung der Passnummern, des Namens, des Grundes der Einreise usw… Wer hier nicht wenigstens Grundkenntnisse in der englischen Sprache oder ein Wörterbuch parat hat, kommt sicher in arge Bedrängnis.

Ein Fahrer, der auch nur Englisch sprach, holte uns ab und brachte uns in einer einstündigen Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft in unser Hotel, das "Damai Lagoon Resort", ca 30 km von Kuching entfernt auf einer Halbinsel mit dem beeindruckenden Mont Satubong gelegen. Schon die eindrucksvolle, weitläufige Halle mit dem Blick aufs Meer ließ uns ahnen, dass das eines der schönsten Hotels war, in welchem wir je abgestiegen waren. Obwohl dieses Hotel sehr viele Zimmer hatte, war das durch die Weitläufigkeit der Anlage nicht zu merken. Im malaiischen Stil verteilten sich das dreistöckige Haupthaus und verschiedene Bungalows in einem wunderschön angelegten Garten, mit Karpfen - Teichen, Wasserfällen und einem sehr ungewöhnlichen Poolsystem. Nach dem Tsunami im letzten Jahr waren wir nicht traurig, in der 3. Ebene zu wohnen. Vom großen Balkon aus hatten wir einen sehr faszinierenden Blick auf den mit Regenwald bedeckten Gebirgszug und den nicht sehr langen, aber breiten Strand. Dieser war auch recht sauber und absolut leer! So schaukelten wir uns erst mal mehrere Stunden im badewannenwarmen Wasser und genossen den eindrucksvollen Blick auf den Mont Satubong, dessen mit Dschungel bewachsene Hänge bis an das Hotel reichten. Das Wasser war klar und es gab kaum Brandung, so dass man gut schwimmen oder im Wasser faulenzen konnte. Hier hatten wir für die nächsten 18 Tage unser Paradies gefunden.

 
"Faule Milch" zum Frühstück (Tag5)
 

Zum Frühstück setzte sich das paradiesische Gefühl fort, denn das Buffet war überreichlich mit allen möglichen Speisen beladen, herrliches Obst, Eier, Kuchen, Müsli, warme Speisen (wichtig für asiatische Gäste) und vor allem drei Sorten Käse! Das für Asien eher ungewöhnlich, denn bei allen asiatischen "Delikatessen", wie z. B. "hundertjährige Eier" ist Käse als "faule Milch" verpönt. Aber da dieses Hotel eine sehr gemischte Gästeschar beherbergte, nahm man offensichtlich auf europäische und australische Geschmäcker Rücksicht. Das Restaurant bot neben dem reichhaltigen Frühstück einen herrlichen Rundblick auf das Meer und wir waren total happy.

Wieder genossen wir das wunderbare Strandpanorama, in dem wir uns im lauwarmen Meer aalten. Die Zeit der Mittagshitze wollten wir nutzen, um uns nach Ausflugsmöglichkeiten zu erkundigen. Da uns die betreuende Agentur bei der Abholung vom Airport nur einen Zettel mit einer Telefonnummer in Kuching in die Hand gedrückt hatte (in englischer Sprache), und nach einigen Versuchen kein telefonischer Kontakt zu Stande kam, besuchten wir das kleine Reisebüro im Hotel und trafen dort Nelly. Nelly war eine ältere Dame, die sehr freundlich einem Organisationschaos vorstand und deren Englischkenntnisse sich nur in wenigen Punkten mit den unseren deckte. Aber wir erfuhren, dass sie aktiv im Chor ihrer Methodistengemeinde sang. Als sie erfuhr, dass wir Musikwissenschaftler sind, holte sie ihre Noten hervor und wir mussten erstmal gemeinsam singen. Nach über einer Stunde geduldigem Zuhören und etlichen Telefonaten ihrerseits hatten wir für den übernächsten Tag eine zweitägige Regenwald-Tour zu dem Volk der Iban (ehemalige Kopfjäger) an den Lemanak - River gebucht. In Nellys Reisebüro verbrachten wir während dieses Urlaubes noch so manche Stunde und sie wurde uns zur Freundin.