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Am Nachmittag fuhren wir mit der S - Bahn nach Chinatown.
Die Menschen waren sehr hilfsbereit, uns den Weg zu erklären.
Das Fahrkartensystem funktioniert hier wie in Singapur (nur
mit gültiger Fahrkarte öffnen sich der Ein- und
Ausgang automatisch). In diesem Teil Kuala Lumpurs fanden
wir Asien, wie wir es von anderen asiatischen Hauptstädten
kannten.
Gerüche von Abwässern, Obst, Garküchen und
getrocknetem Fisch mischten sich zu einem Cocktail und im
Gedränge der Menschenmassen spürten wir die heiße,
feuchte Luft ganz besonders. Auffallend war hier auch der
Kontrast zwischen einzelnen baufälligen chinesischen
Geschäftshäusern und monumentalen modernen Glaspalästen
von beträchtlicher Höhe.
Obwohl man den Blick nicht von dem überquellenden Warenangebot
wenden konnte, sollte man doch auf den Fußweg achten,
da Hindernisse wie große Löcher, herausragende
Rohre oder einfach nur Abfall leicht zum Verhängnis werden
können. Das Völkergemisch aus Chinesen, Indern,
Malaien in traditioneller oder in moderner Kleidung und Touristen
aus aller Welt war beim Handeln und Schachern voll in seinem
Element. Bei den Waren ist - wie fast überall in Asien
- ein Hang zum Kitsch nicht zu übersehen. Aber auch total
"abgefahrene" Mode war in den langen, schmalen Läden
hinter dem Markt zu finden, so sahen wir z. B. einen Minirock
mit Beinstulpen wie von einer abgeschnittenen Schlagjeans,
die an den nackten Knien befestigt waren. So bunt wie das
Warenangebot waren auch die Preise, aber grundsätzlich
waren Textilien und Schuhe sehr preiswert. Entsprechend hatten
wir auch schon eingekauft. Zufrieden hatten wir auch in Kuala
Lumpur "unser" Asien gefunden.
Zurück im Hotel stellten wir fest, dass wir noch etwas
Tonic-Wasser brauchten, um uns einen Drink zu mixen. Also
ging ich noch einmal los in der Hoffnung auf schnelle Erledigung,
war unser Hotel doch geradezu umgeben von verschiedensten
Einkaufspalästen. Hätte ich eine Uhr oder ein Handy
kaufen wollen, wäre ich nach zehn Minuten zurück
gewesen. So brauchte ich über eine Stunde, um im vierten
Supermarkt fündig zu werden.
Im Flughafen von Kuala Lumpur, der zu den gepflegtesten gehörte,
die wir je sahen, fielen uns die zahlreichen pieksauberen
Toiletten auf. Da könnte sich sogar Frankfurt etwas abgucken.
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